Geschlecht und Klischee: Ganz normal einzigartig

Im traditionellen Verständnis gibt es zwei Geschlechter und zu jedem eine Menge Vorstellungen und Erwartungen, wie sich diese beiden zu verhalten haben. Das nennt sich auch Geschlechterrolle oder Geschlechterstereotyp.

 

Wenn Vorstellungen darüber, wie ein Mann oder eine Frau sich verhalten soll, sehr strikt in den Köpfen verankert sind, dann erleben wir sie oft als einengend. Aber: wie wir uns fühlen und ausdrücken wollen ist frei, da gibt es kein richtig und kein falsch.

Birnen

Kinder erlernen von Geburt an die Haltungen und Bewertungen, die ihnen ihr Umfeld in Bezug auf Spielzeug, Farben, Kleidung und Verhaltensweisen vermittelt. Ganz nebenbei erfahren sie, was sich für Jungs und Mädchen gehört, sie lernen also Geschlechterrollen kennen.

 

Ab dem dritten Lebensjahr bevorzugen die meisten Kinder dadurch die Verhaltensweisen und Aktivitäten, die ihrem eigenen Geschlecht als „typisch“ zugeschrieben werden. Diese Geschlechterrollen können aber auch einschränkend wirken, weil sie bestimmte Verhaltensweisen oder Interessen, die bei Jungs oder Mädchen als „untypisch“ gelten, wie ein Problem darstellen. Deshalb ist es wichtig, uns immer wieder daran zu erinnern, dass Geschlechterrollen nicht angeboren sind. Wir alle haben das Recht uns so auszudrücken, wie es sich für uns gerade richtig anfühlt.

 

Wir dürfen wütend, traurig oder liebevoll sein, egal, welches Geschlecht wir haben. Und wir können unsere eigene Geschlechtlichkeit im Alltag auf unterschiedlichste Art und Weise ausdrücken.

Wie fühlt sich die Geschlechterrolle, die dir zugeschrieben wird, für dich an?

In welchen Bereichen deines Lebens fühlst du dich von Geschlechterstereotypen eingeschränkt und in welchen geben sie dir Sicherheit?

Wie gehst du mit diesen Gefühlen um?

Woran kann ich das Geschlecht einer Person erkennen?

Wenn wir eine Person zum ersten Mal sehen ist es ganz normal, das unser Gehirn automatisch versucht, sie einem Geschlecht zuzuordnen. Meistens versuchen wir das am Aussehen der Person zu erkennen, an ihren Gesichtszügen, ihrer Frisur, ihrer Kleidung oder ihrem Körperbau. Menschen sehen aber sehr unterschiedlich aus und nicht immer können wir sie zuordnen.

 

Das ist in Ordnung. Wichtiger ist, dass wir Personen nicht dafür verurteilen. Jede*r hat das Recht, so auszusehen und die eigene Geschlechtsidentität so auszudrücken, wie er*sie das möchte. Und ein Kleid zu tragen oder kurze Haare zu haben sagt noch nichts über das Geschlecht einer Person oder ihre sexuelle Orientierung aus.

Was bedeutet eigentlich cis (cisgender)?

Cis oder cisgender zu sein bedeutet, dass eine Person sich dem Geschlecht, dass ihr bei der Geburt aufgrund ihrer Genitalien zugeordnet wurde, zugehörig fühlt. Cisgender ist also beispielsweise eine Person, die einen Penis und Hoden hat und sich in ihrer Geschlechtsidentität gleichzeitig als Mann fühlt. Die Geschlechtsidentität können wir nur selbst ganz tief in uns drinnen spüren